Ob Kabelbrand, überhitzte Elektrogeräte oder zündelnde Kinder: Ein Brand ist schnell ausgebrochen. Doch die Ausrüstung von Eigenheimen mit Rauchmeldern schreitet langsam voran. von Stephan Penning Schongau – „Es ist traurig, dass es hinsichtlich der Ausstattung mit Warngeräten nicht in jedem Bundesland gesetzliche Bestimmungen gibt“, klagt Kreisbrandrat Alfons Breyer. Womit er Kritik am Freistaat übt, denn in Bayern ist eine entsprechende Ausrüstung noch freiwillig. Ganz im Gegensatz zu Schleswig Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen. „Nur 31 Prozent der deutschen Haushalte und Heime sind mit solchen Meldern ausgestattet, und das, obwohl die meisten Brände in den eigenen vier Wänden passieren“, so Breyer weiter, der noch ergänzt, „dass 95 Prozent der Brandtoten an einer Rauchvergiftung sterben“. Er legt deshalb der gesamten Bevölkerung „dringend ans Herz, entsprechende Vorsorge zu treffen und darauf zu achten, dass die Geräte entsprechend zertifiziert sind“. Max Altstätter, der in Schongau einen Fachbetrieb für Sicherheitstechnik leitet, ist gleicher Ansicht. „Ich habe vor Jahren einen Brand in einem Kindergarten erlebt und bin entsprechend sensibilisiert, da es auch in meinem Familienkreis schon drei Feuer gegeben hat.“ Altstätter installierte am gestrigen Freitag, dem 13. – er war offizieller Tag der Rauchmelder – im kirchlichen Kindergarten Mariä Himmelfahrt acht Geräte, meint dazu: „Vergangenes Jahr hat es deutschlandweit 700 Rauchtote gegeben, eine Zahl, die wir fast jedes Jahr erreichen. Und das müsste nicht sein.“ Er selbst verkauft „zwischen Garmisch und München“ etwa 300 jährlich. „Viel zu wenig“, wie er sagt, weil zu wenig Menschen viel zu wenig über Feuerlöscher oder Rauchmelder wüssten. „85 Prozent aller Bürger setzen sich damit kaum auseinander“, bedauert er. Manuela Schülke tut es seit gestern noch intensiver. Die Kindergartenleiterin („Ich persönlich habe auch einen solchen Melder, seit es bei uns gebrannt hat“) berichtet, dass das Thema Feuer ein Dauerbrenner im Kindergarten sei. „Wir arbeiten das immer wieder ein, beispielsweise beim Martinszug, wenn wir mit Fackeln laufen.“ Aber auch darauf, worauf man beim Anzünden von Streichhölzern oder beim Grillen aufpassen müsse, werde das Augenmerk gelegt. „Wir haben einen Schlafraum im Kindergarten, der zwar meist beaufsichtigt ist, für den es aber sicherer ist, mit einem Rauchmelder ausgestattet zu sein“, sagt sie. Seit gestern sind Melder in den Gruppenräumen, im Gang, in Turn- und Schlafraum sowie im Personalzimmer angebracht. „Da fühlt man sich dann schon sicherer“, bestätigt Manuela Schülke. Der kirchliche Kindergarten von Mariä Himmelfahrt ist übrigens der letzte Kindergarten, der in der Lechstadt mit Rauchmeldern ausgerüstet wurde. Lesen Sie dazu auch unser „Zum Thema“ unter diesem Bericht. Schongauer Nachrichten vom Samstag, den 14.06.08 Foto: Stephan Penning
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